Newsletter starten als Solopreneur 2026: Von 0 auf 1.000 Leser

Inhaltsverzeichnis

Warum dein Newsletter 2026 wichtiger ist als je zuvor

2026 ist das Jahr, in dem die Plattform-Abhängigkeit für viele Solopreneure zum Schmerzpunkt wird. TikTok-Verbote, X-Algorithmus-Chaos, Instagram-Reichweiteneinbrüche — die Nachrichten klingen wie eine kaputte Schallplatte.

Gleichzeitig erleben Newsletter eine Renaissance. Die Gründe:

1. KI-generierten Content gibt es überall — echter Kontakt ist selten.
Wenn alle KI nutzen um Content zu produzieren, wird die persönliche Stimme zum Differenzierungsmerkmal. Ein Newsletter ist Stimme, Perspektive, Vertrauen — das kann kein Algorithmus vollständig ersetzen. (Wie du KI trotzdem sinnvoll für dein Business einsetzen kannst, erklärt dieser Guide: KI-Agenten für Solopreneurs: 7 Workflows.)

2. Zero-Party-Data wird wertvoller.
DSGVO, iOS-Tracking-Blocker, Cookie-Verbote — Werbedaten aus Drittquellen werden schlechter. Wer eine eigene E-Mail-Liste hat, besitzt die wertvollste Ressource im Marketing: direkten Zugang zur Zielgruppe.

3. Monetarisierung ist einfacher geworden.
Tools wie Beehiiv haben eingebaute Premium-Abos, Tip-Jar-Funktionen und Empfehlungsprogramme. Die technische Hürde ist auf ein Minimum geschrumpft.

4. Praxisberichten zufolge berichten Solopreneure, die einen eigenen Newsletter betreiben, von höherer Kundenbindung als über Social Media. Mehr zum Thema KMU-Digitalisierung findet sich beim Bitkom.

Kurz: Jetzt ist der beste Moment, um mit dem Newsletter zu starten. Die Plattform-Alternativen werden schlechter, die Newsletter-Tools besser.


Die 3 größten Fehler beim Newsletter-Start

Bevor wir über Wachstum reden, lass uns über das reden, was schiefgeht. Die meisten Solopreneure machen beim Start dieselben drei Fehler:

Fehler 1: Kein klares Nutzenversprechen

„Ich schreibe über Wirtschaft“ ist kein Newsletter. „Ich helfe Solo-Selbstständigen, ihre Steuern zu sparen“ — das ist einer.

Dein Newsletter braucht eine klare Antwort auf die Frage: „Warum sollte ich wöchentlich 10 Minuten meines Lebens damit verbringen, dir zu lesen?“

Beispiel statt Theorie: Ein Solopreneur namens Thomas schrieb 2024 einen Newsletter über Excel-Automatisierung für Freelancer. Sein Nutzenversprechen: „Jeden Dienstag ein Trick, der dir 2 Stunden Arbeit spart.“ Nach sechs Monaten hatte er 4.200 Abonnenten. Nicht, weil er besonders gut schrieb — sondern weil das Versprechen konkret und einlösbar war.

Fehler 2: Kein Lead Magnet

„Ich starte meinen Newsletter, und die Leute kommen“ — so funktioniert es nicht. Du brauchst einen Grund, warum jemand dir seine E-Mail-Adresse gibt. Ein Lead Magnet.

Ein Lead Magnet ist ein kostenloser Download, ein Guide, eine Vorlage, ein Mini-Kurs. Etwas, das dein potenzieller Leser wollen und das du liefern kannst.

Gute Lead Magnets für Solopreneure:

  • Checkliste: „Die 5 Steuervorteile, die du als Einzelunternehmer vergisst“
  • Vorlage: „Mein monatlicher Cashflow-Tracker für Freelancer“
  • Guide: „30 ChatGPT-Prompts für dein Business“ (passend dazu: ChatGPT für dein Business: 15 konkrete Workflows)
  • Webinar-Aufzeichnung: „So habe ich mein erstes 10.000-Euro-Produkt gebaut“

Schlechte Lead Magnets: Vage „Exklusive Einblicke“ oder „Meine besten Tipps“. Das klingt wie das, was jeder verspricht.

Fehler 3: Keine Monetarisierungsstrategie von Anfang an

Viele denken: „Erst Abonnenten sammeln, dann sehen wir weiter.“ Schlecht gedacht. Wenn du nach zwei Jahren merkst, dass dein Newsletter 3.000 Leser hat, aber du nie über Monetarisierung nachgedacht hast, stehst du vor einem Berg Arbeit.

Denke von Tag 1 daran: Wie wirst du mit diesem Newsletter Geld verdienen? Affiliate, eigene Produkte, bezahlte Empfehlungen, Mitgliedschaft — irgendwas. Das beeinflusst auch deine Tool-Wahl und deinen Content.


Tool-Wahl: Beehiiv, Kit oder MailerLite?

Die Wahl des Newsletter-Tools ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Start. Hier ein Vergleich der wichtigsten Optionen für Solopreneure:

Tool Kostenlose Stufe Bezahlte Stufe ab Affiliate-Provision
Beehiiv Bis 2.500 Abonnenten 32 $/Monat 30 % Lifetime
Kit (ehem. ConvertKit) Bis 300 Kontakte 15 $/Monat 90 $/Kunde
Mailchimp Bis 500 Kontakte 13 $/Monat 30 % (3 Monate)
Brevo 300 E-Mails/Tag 9 €/Monat je nach Programm
MailerLite Bis 1.000 Abonnenten 9 $/Monat 30 % (12 Monate)

Beehiiv — Der Rising Star

Beehiiv wurde 2020 gegründet und wächst seitdem rasant. Besonders im deutschsprachigen Raum ist die Plattform seit 2025 stark im Kommen, auch weil immer mehr Creator von Substack zu Beehiiv wechseln.

Vorteile:

  • Kostenlos bis 2.500 Abonnenten — der großzügigste Free-Tier auf dem Markt
  • 30 Prozent Lifetime-Provision bei Empfehlungen — wenn deine Leser ein Upgrade machen, verdienst du mit
  • Eingebaute Monetarisierungsfunktionen (Tip Jar, Premium-Tier)
  • Deutsche Server möglich, DSGVO-konform

Nachteile:

  • Jüngere Plattform — weniger historische Reviews
  • Manche Features noch in der Entwicklung

Für wen? Solopreneure, die schnell wachsen wollen und kein Risiko eingehen wollen. Die kostenlose Stufe reicht für die ersten 2.500 Abonnenten — und das sind mehr, als die meisten je erreichen.

Kit (ConvertKit) — Der Solopreneur-Favorit

Kit (ehemals ConvertKit) ist seit Jahren der Liebling der Online-Business-Community. Die Philosophie: simplicity first.

Vorteile:

  • Extrem einfach zu bedienen
  • Guter Free-Tier (bis 300 Kontakte)
  • 90 Dollar Provision pro zahlendem Kunden — die höchste Einmalzahlung aller Newsletter-Tools
  • Landing Pages und Opt-in-Formulare eingebaut

Nachteile:

  • Auf 300 Kontakte begrenzt — für viele Solopreneure zu wenig im kostenlosen Tier
  • Teurer als Beehiiv, wenn du skalierst

Für wen? Texter, Coaches, Berater — alle, die Content-first arbeiten und keine komplexen Automatisierungen brauchen.

MailerLite — Das Preis-Leistungs-Champion

MailerLite ist besonders bei deutschsprachigen Solopreneur beliebt — günstiger Einstieg, DSGVO-freundlich und einfach bedienbar.

Vorteile:

  • Kostenlos bis 1.000 Abonnenten
  • Klare, intuitive Oberfläche
  • 30 Prozent Affiliate-Provision für 12 Monate
  • EU-Server und DSGVO-Dokumentation in Deutsch

Nachteile:

  • Weniger eingebaute Monetarisierungsfeatures als Beehiiv
  • Kein natives Empfehlungsprogramm für deine Subscriber

Für wen? Deutschsprachige Solopreneure, die einen unkomplizierten, kostengünstigen Start wollen.

Meine Empfehlung für 2026

Beginne mit Beehiiv. Die kostenlose Stufe ist die beste auf dem Markt, die Plattform wächst stark in DACH, und das 30-Prozent-Lifetime-Affiliate-Programm ist ein echtes Plus.

Wenn du nach sechs Monaten merkst, dass Beehiiv nicht das Richtige für dich ist, kannst du jederzeit migrieren. Die meisten Tools bieten Import-Funktionen an.

Übrigens: Wenn du deinen Newsletter-Workflow mit KI-Tools automatisieren möchtest, lies auch Die 10 besten KI-Tools für Selbständige 2026.


Schritt 1: Von 0 auf 100 Leser

Die ersten 100 Leser sind die schwersten. Aber auch die dankbarsten — denn hier lernst du alles über deine Audience.

Woche 1 bis 2: Tool einrichten und ersten Newsletter schicken

  1. Registriere dich bei Beehiiv (kostenlos)
  2. Erstelle dein Opt-in-Formular — nicht das Standard-Design, sondern etwas, das zu dir passt
  3. Schreibe deinen ersten Newsletter — eine Vorstellungsrunde. Wer bist du? Warum schreibst du? Was können Leser erwarten?
  4. Schicke ihn ab — auch wenn du erst fünf Kontakte hast

Klingt banal? Ist es nicht. Die meisten Menschen hängen beim Setup fest und kommen nie zum Versenden.

Konkreter Tipp: Dein erstes Formular sollte nicht „Newsletter abonnieren“ sagen. Es sollte sagen: „Trag dich ein für wöchentliche Tipps, die dein Business effizienter machen“ — oder was auch immer dein Nutzenversprechen ist.

Woche 3 bis 4: Lead Magnet erstellen und teilen

Erstelle deinen ersten Lead Magnet. Etwas, das du in zwei bis drei Stunden fertigbekommst. Kein Meisterwerk — ein nützliches Hilfsmittel.

Beispiel: Für einen Solopreneur-Newsletter könnte das sein:

  • „Die 5 E-Mail-Sequenzen, die ich für mein erstes Produkt benutzt habe“
  • „Mein Notfall-Kit für Rechnungen: Vorlage + Anleitung“
  • „20 ChatGPT-Prompts für die Steuererklärung“

Wichtig: Der Lead Magnet muss nicht perfekt sein. Er muss nur besser sein als nichts.

Woche 5 bis 6: Aktive Verbreitung

Jetzt geht es darum, den Lead Magnet unter die Leute zu bringen. Kanäle:

  • LinkedIn: Poste den Link in deinem Feed, wenn es thematisch passt. Schreibe einen kurzen Text, der erklärt, warum das relevant ist.
  • X (Twitter): Teile den Link mit einem Satz Kontext.
  • Online-Foren: In Gruppen wie Reddit (r/Selbstständig, r/Finanzen) kannst du wertvolle Inhalte teilen — wenn sie tatsächlich wertvoll sind.
  • Bestehende Netzwerke: Wenn du schon 200 LinkedIn-Kontakte hast, schreibe ihnen eine Direktnachricht.

Was nicht funktioniert: Cold Outreach. „Folge mir auf Twitter und abonniere meinen Newsletter“ — das klingt spamig und bringt dir die falschen Leute.

Woche 7 bis 8: Erste echte Subscriber gewinnen

Du hast jetzt 50 bis 80 Kontakte. Jetzt kommt der Moment, wo du um Subscriber aktiv werben musst.

Methode: Die Inline-Promo

Schreibe in jedem Content, den du produzierst — Blog-Artikel, LinkedIn-Posts, YouTube-Videos — einen Satz über deinen Newsletter. Nicht aufdringlich. Nur ein Satz, der das Nutzenversprechen beinhaltet.

„Wenn du meine wöchentlichen Tipps für effizienteres Business magst, kannst du dich hier anmelden.“

Das ist kein Hard-Selling. Das ist eine Einladung.

Woche 9 bis 12: Substanz aufbauen

Du hast jetzt 80 bis 120 Subscriber. Jetzt kommt der wichtigste Teil: Regelmäßigkeit.

Entscheide dich für einen Rhythmus und halte ihn ein:

  • Wöchentlich am Dienstag, 9 Uhr
  • Zweiwöchentlich am Donnerstag
  • Monatlich am ersten Montag

Was auch immer du wählst — halte dich daran. Deine Subscriber lernen, wann sie Post von dir erwarten können. Diese Regelmäßigkeit baut Vertrauen auf.


Schritt 2: Von 100 auf 500 Leser

100 Subscriber sind geschafft. Jetzt geht es um Verdopplung. Und hier wird es interessant: Bei 100 Subscriber hat dein Newsletter noch kein Momentum. Ab 500 ändert sich das.

Cross-Promotion mit anderen Newsletter-Schreibern

Der effektivste Weg, neue Subscriber zu gewinnen: andere Newsletter-Autoren, die ein ähnliches Publikum haben.

Beispiel: Du schreibst über Solopreneur-Finanzen. Ein anderer Autor schreibt über Solopreneur-Produktivität. Eure Zielgruppen überschneiden sich zu 60 bis 70 Prozent. Ihr macht einen Cross-Promo: Du empfiehlst seinen Newsletter in deinem, er deinen in seinem.

So gehst du vor:

  1. Finde 3 bis 5 Newsletter in deiner Nische (nicht direkte Konkurrenz, aber verwandt)
  2. Schreibe jedem Autor eine freundliche E-Mail mit einem konkreten Vorschlag
  3. Biete einen Mehrwert: „Ich habe 200 Subscriber, ich würde dich empfehlen, wenn du mich auch empfiehlst“

Das klingt wie Tauschgeschäft — ist es auch. Aber beide Seiten gewinnen.

Einen Blog-Artikel als Newsletter-Maschine nutzen

Jeder gute Blog-Artikel kann ein Newsletter-Wachstumsmotor sein.

Schreib einen substanziellen Artikel (1.500+ Wörter) zu einem Thema, das deine Zielgruppe interessiert. Am Ende des Artikels: ein Call-to-Action, der zu deinem Newsletter führt.

Beispiel: Du schreibst „Die 5 Fehler bei der Rechnungsstellung als Freelancer“. Am Ende: „Jeden Dienstag schreibe ich über Themen wie dieses — und teile Vorlagen, die du sofort nutzen kannst. Trag dich hier ein.“

Das funktioniert, wenn der Artikel gut ist. Wenn er mittelmäßig ist, klickt niemand.

Die Welcome Sequence optimieren

Wer sich für deinen Newsletter anmeldet, erwartet in den nächsten Tagen eine Willkommens-E-Mail. Nutze sie.

Beispiel für eine Welcome Sequence:

  • Tag 0: Willkommens-E-Mail + Lead Magnet direkt zusenden
  • Tag 2: Kurze Geschichte über dich und warum du schreibst
  • Tag 5: Dein bester Content — zeig ihnen, was sie erwarten können
  • Tag 7: Frage: „Was willst du als nächstes lesen?“ — das ist Gold für Feedback

Diese Sequence kannst du in Beehiiv in 20 Minuten aufsetzen. Sie kostet nichts extra — und sie ist der Grund, warum Subscriber abonniert bleiben.


Schritt 3: Von 500 auf 1.000 Leser

Bei 500 Subscriber hast du Substanz. Jetzt geht es um die 1.000er-Marke. Hier ein paar Strategien, die in dieser Phase funktionieren:

Gast-Content auf anderen Plattformen

Du schreibst einen Guest Post für einen etablierten Blog. Dieser Blog hat 20.000 monatliche Besucher. Ein Teil davon wird dein Newsletter.

Gute Plattformen für Gast-Posts:

  • LinkedIn Articles (kein eigener Blog nötig, aber Reichweite)
  • Medium (englischsprachig, aber relevante Nischen)
  • Deutschsprachige Blogs, die Gastbeiträge annehmen

Wie findest du Blogs, die Gastbeiträge annehmen? Googlesuche: „Gastbeitrag schreiben [deine Nische]“. Oder schau dir die Autoren-Seiten von Blogs an, die du liest — oft steht dort „Schreib für uns“.

Paid Ads für den Lead Magnet

Das klingt kontraintuitiv — „ich soll zahlen, um Newsletter-Abonnenten zu bekommen?“

Ja. Wenn dein Lead Magnet gut genug ist, und dein Newsletter genug wertvoll, dann kann ein bezahlter Klick profitabel sein.

Wie? Du schaltest eine Anzeige auf LinkedIn oder Meta (Facebook/Instagram) für deinen Lead Magnet. Die Anzeige kostet vielleicht 50 Cent pro Klick. Wenn 1 von 20 Klicks sich anmeldet, kostet dich ein Subscriber 10 Euro.

Wenn dein Lifetime Customer Value über 50 Euro liegt (z.B. weil du ein 99-Euro-Produkt verkaufst), dann lohnt sich das.

Wichtig: Fang klein an. 10 Euro pro Tag für eine Woche. Miss die Ergebnisse. Dann entscheide, ob du skalierst.

Viral gehen durch Content, der geteilt wird

Manche Newsletter-Posts gehen viral — nicht viral im TikTok-Sinn, aber viral in deiner Nische. Ein Post, den alle in deiner Branche weiterschicken.

Beispiel: Ein deutscher Solopreneur schrieb über „Die 5 Einnahmequellen, die ich als Freelancer nie genutzt habe“. Der Artikel wurde in mehreren Newslettern und auf LinkedIn geteilt. Innerhalb von zwei Wochen bekam er 600 neue Subscriber — durch einen einzigen Artikel.

Das kannst du nicht erzwingen. Aber du kannst die Wahrscheinlichkeit erhöhen: Schreib über kontroverse Themen (die du fundiert argumentieren kannst), teile Erkenntnisse, die andere überraschen, oder baue Checklisten, die man an Freunde weiterschicken will.


Monetarisierung: So verdienst du Geld mit deinem Newsletter

Irgendwann stellt sich die Frage: Wie kommt Geld rein? Hier die gängigsten Modelle für Solopreneure:

Affiliate-Marketing

Du empfiehlst Produkte und bekommst eine Provision. Das funktioniert besonders gut bei:

  • Software-Tools: Beehiiv, Kit, Notion, Slack — überall gibt es Affiliate-Programme
  • Online-Kurse: Wenn du einen Kurs besuchst und ihn gut findest, frag nach einem Affiliate-Link
  • Bücher: Amazon-Affiliate oder direkt vom Verlag

Beispiel: Du schreibst einen Newsletter über Solopreneur-Finanzen. In einem Artikel empfiehlst du Beehiiv. Ein Leser klickt auf deinen Link und meldet sich an. Beehiiv zahlt dir 30 Prozent von allem, was dieser Leser jemals bezahlt. Wenn dieser Leser zwei Jahre bleibt und auf den 32-Dollar-Monats-Tarif upgradet, hast du 230 Dollar verdient — mit einer einzigen E-Mail.

Eigene digitale Produkte

Der größte Hebel: eigene Produkte verkaufen.

  • Mini-Kurse: 29 bis 99 Euro für einen zwei Stunden Video-Kurs
  • Templates und Vorlagen: 9 bis 49 Euro für professionelle Vorlagen
  • Beratungsstunden: 150 bis 300 Euro pro Stunde

So funktioniert die Skalierung: Du baust ein Produkt einmal. Dann bewirbst du es in deinem Newsletter. Jeder Verkauf kostet dich außer Marketing praktisch nichts.

Beispiel aus der Praxis: Eine Solopreneurin namens Maria schrieb einen Newsletter über Notion-Vorlagen für Freelancer. Nach einem Jahr hatte sie 1.800 Subscriber. Sie erstellte ein „Notion Freelancer Kit“ für 29 Euro. Beim ersten Versand verkaufte sie 340 Stück — fast 10.000 Euro Umsatz in einer Woche, mit einer E-Mail.

Bezahlte Empfehlungen

Manche Unternehmen zahlen dir direkt für eine Erwähnung. Die Preise variieren stark:

  • Kleine SaaS-Tools: 50 bis 200 Euro pro Erwähnung
  • Größere Tools: 200 bis 500 Euro
  • Hosted Posts (du schreibst einen ganzen Artikel über das Tool): 500 bis 2.000 Euro

Wichtig: Kennzeichne bezahlte Empfehlungen immer als [ANZEIGE] oder „Bezahlte Partnerschaft“. Das ist nicht nur rechtlich geboten (§5a UWG), sondern auch ethisch.


Rechtliche Fallstricke: Impressum, DSGVO, Spam

Bevor du loslegst, hier die rechtlichen Basics. Eine vollständige Übersicht bietet auch datenschutz.org: Newsletter und DSGVO.

Impressum

Du brauchst ein Impressum. Das gilt für jeden Newsletter, auch wenn du keine GmbH hast. Dein Name, deine Adresse, deine E-Mail müssen sichtbar sein.

Was rein muss (§5 TMG):

  • Name und Anschrift
  • E-Mail-Adresse (nicht nur Kontaktformular)
  • Verantwortlich für Inhalt (bei Solo-Selbstständigen: du)
  • Bei Gewerbetreibenden: Firmenname, Handelsregistereintrag

Double-Opt-In

In Deutschland ist die Double-Opt-In-Pflicht umstritten, aber Best Practice. Das heißt: Jemand trägt sich ein, bekommt eine E-Mail mit Bestätigungslink, klickt darauf — erst dann ist er Subscriber.

Das schützt dich auch vor Spam-Vorwürfen. Wenn jemand sagt „Ich habe mich nie angemeldet“, kannst du zeigen: „Doch, hier ist die Bestätigungs-E-Mail.“

Abmelde-Link

Jede E-Mail muss einen funktionierenden Abmelde-Link haben. In Beehiiv und anderen Tools ist das automatisch eingebaut — aber prüfe es trotzdem.

DSGVO-Hinweis

In deiner Datenschutzerklärung muss stehen:

  • Welche Daten du sammelst (E-Mail-Adresse, Name optional)
  • Wie du sie nutzt (nur für den Newsletter)
  • Wie lange du sie speicherst
  • Dass der Leser sie jederzeit löschen lassen kann

Gesetzliche Grundlage: BDSG 2018 / DSGVO auf gesetze-im-internet.de.

Tools: Du kannst einen Generator wie privacy-policy-generator.de nutzen. Für 20 bis 50 Euro bekommst du eine DSGVO-konforme Vorlage, die du anpassen kannst.


FAQ: Die häufigsten Fragen zum Newsletter-Start

Wie oft sollte ich meinen Newsletter versenden?

Wöchentlich ist der Sweet Spot. Zu oft — und die Leute melden sich ab. Zu selten — und sie vergessen, wer du bist. Wenn du merkst, dass dir wöchentlich zu viel ist, geh auf zweiwöchentlich. Aber bleib dabei.

Ich habe Angst, dass niemand liest, was ich schreibe.

Die meisten Solopreneure haben diese Angst. Sie ist unbegründet. Wenn du 100 Subscriber hast, lesen 30 bis 50 davon deinen Newsletter. Das ist mehr, als die meisten Blogger an Traffic bekommen.

Schreib für die 50, die lesen — nicht für die 50, die es nicht tun.

Wie lange dauert es, bis mein Newsletter wächst?

Mit dem richtigen System: 90 Tage bis 1.000 Subscriber, wie in diesem Guide beschrieben. Ohne System: 12 bis 18 Monate. Der Unterschied liegt in der Aktivität — Lead Magnets, Cross-Promos, regelmäßiger Content.

Kann ich mit einem Newsletter wirklich Geld verdienen?

Ja. Aber nicht über Nacht. Die ersten 6 Monate sind Investment — du baust Audience auf, testest was funktioniert, lernst deine Leser kennen. Nach 6 bis 12 Monaten können die meisten Solopreneure ihr erstes eigenes Produkt verkaufen oder relevante Affiliate-Einnahmen erzielen.

Brauche ich ein eigenes Blog, um einen Newsletter zu starten?

Nein. Du kannst komplett ohne Blog starten — direkt mit einem Newsletter. Aber ein Blog hilft: Du hast mehr Platz für SEO-optimierte Artikel, und Artikel sind ein besserer Lead Magnet als ein reiner Text.


Dieser Artikel stellt keine Steuerberatung oder Rechtsberatung dar.
Für individuelle Fragen wende dich an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.


Zuletzt aktualisiert: 5. Mai 2026


Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst oder dich anmeldest, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten. (§5a UWG)


Über den Autor

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